
In den verfilmten Krimikomödien der Eberhofer-Krimis lösen der Dorfpolizist Eberhofer und sein Freund Birkenberger eher durch Zufall Mordfälle. Eberhofers Hund Ludwig ist immer mit dabei.
In einer der letzten Filme stirbt Ludwig an Altersschwäche. Der vielleicht 2-jährige Sohn von Eberhofer Pauli steht in der Küche und ruft nach Ludwig, der aber nicht zu ihm kommt. Da kommt die Oma in die Küche, und Pauli schaut sie ratlos an. Die Oma versucht nun dem Jungen zu erklären, dass Ludwig nie wieder freudestrahlend auf ihn zuspringen wird. Das ist eine Szene, die mich jedes Mal fast zu Tränen rührt, weil sie eine wichtige Wahrheit offenbart: Unsere Beziehungen sind ebenso vorübergehend und vergänglich wie unser Leben. Sie gehen irgendwann einmal zu Ende.
Eine ganz ähnliche Situation erlebt Jesus. Er wird zu seinem schwer kranken Freund Lazarus gerufen. Aus schwer verständlichen Gründen wartet er aber noch, statt sofort zu ihm zu eilen. Als er endlich ankommt, ist Lazarus längst tot und begraben. Die Bibel schildert die Reaktion von Jesus so:
Da weinte Jesus! (Johannes 11,35)
Der Text wirft einige Fragen auf: Warum wartet Jesus? Warum weint er, obwohl er sich doch hätte denken können, was passiert? Warum weint Jesus, obwohl er Lazarus im nächsten Moment ins Leben zurückholt? Das alles ist nicht leicht zu beantworten. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Geschichte um die Auferweckung des Lazarus uns Hoffnung machen soll, dass die Vergänglichkeit nicht endgültig ist. Angesichts dieser Irritationen übersieht man ein interessantes Detail, nämlich die Emotionalität Jesu, die nicht zu unserem Bild von Jesus passt. Wir stellen ihn uns souverän und ausgeglichen vor. Er ist immer Herr der Lage und bleibt selbst in den brenzligen Situationen ruhig und gelassen. Diese Szene zeigt, dass diese Vorstellung nicht stimmt. Jesus zeigt hier Gefühl, weil sein Freund gestorben ist.
Dieses Bild lässt sich in der Passionszeit übertragen auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch: Gott zeigt so viel Gefühl für uns, dass er nicht einfach untätig bleiben und nichts tun kann. Er greift ein, um uns zu erretten.